Alaska/Yukon




Alaska/Yukon



Pazong-schepper-klirr, verdammt, ich hätte ihn doch abkleben sollen. Aber wozu brauche ich ihn eigentlich? Es ist August und hell bis Mitternacht. Auch nicht brauche ich den Frühstücksteller, mit dem ich die Reste des Scheinwerfers vor weiterem Schaden schütze.


Obwohl der 2400 Kilometer lange Alaska Highway fast durchgehend asphaltiert ist, werden durch die Frühjahrsschmelze schon mal einige Stücke weggespült oder von herabrutschenden Hängen begraben. Die Straßenbauer sind den ganzen Sommer im Einsatz, um den Weg freizuhalten für die Abenteurer und ihre Vehikel. Meines heißt Elise und ist bayrisch.


Fly and Ride heißt das Flugticket, das uns über den großen Teich brachte. So ein Ticket ist ein Jahr gültig. Noch ahnen wir beide nichts von dem Reiserausch, in den wir fallen werden und das die Heimreise nicht nach einem Jahr von San Francisco per Flugzeug, sondern nach zweieinhalb Jahren  mit dem Schiff von Buenos Aires stattfinden wird. Jetzt ist erstmal der Scheinwerfer kaputt, und gefrühstückt wird aus der Tüte. Erdnüsse mit frischer Apfelsine.


Der See zu meiner rechten heißt Lake Kluane, was soviel bedeutet wie „Ort der vielen Fische“. Während ich noch überlege, ob ich meine zerlegbare Angel klar machen soll, vernehme ich ein grummelndes Brummen hinter mir. Der Grizzly - nicht viel größer als mein Motorrad – scheint aber nicht an Apfelsine und Erdnuss interessiert zu sein. Ich hatte sie sowieso schon vor Schreck in den Dreck fallen lassen. Der Bär tapert über den Alaska Highway und ab in den Busch. Ich freu mich über die trocken gebliebene Unterhose. Bei der Weiterfahrt muss ich allerdings feststellen, dass das Zittern an den Lenkerenden offensichtlich nicht von der Maschine kommt.


Der Ort Burwash Landing bildete sich aus einer Trading Post zur Zeit des Goldrausches um 1900. Bernie Martin ist für mich der wichtigste Mann des Platzes. Bernie ist der Pilot des Wasserflugzeuges und bringt Touristen das grösste nichtpolare Eisfeld der Erde ein bisschen näher. Im wesentlichen besteht es aus den kanadischen Elias Mountains und den Wrangell Mountains in Alaska.


Von Bernie erfahre ich nicht nur, dass man in Kanada für nur CD$ 3000,- in sechs bis zwölf Wochen seine Privatpilotenlizenz erwerben kann, sondern auch, dass mein Bär ein harmloser alter Bekannter ist, der sich mit Touristen erschrecken die Zeit vertreibt.


Zusammen mit einem deutschen Pärchen chartere ich Bernies Maschine; dem Himmel sei Dank, dass es ihn gibt. Wir steigen gen denselben. Elise wird immer kleiner, und schließlich verschwindet sogar der Alaska Highway. Wie eine zwanzigspurige Autobahn ohne Autos windet sich der Kaskawulsh  Gletscher durch die Elias Mountains. Fast vergesse ich, wie schön Motorradfahren ist. Wir umkreisen den mit 5950m höchsten Berg Kanadas, den Mt. Logan. Das Flugzeug schaukelt ein wenig. Ich freue mich, dass mir nicht schlecht wird. Die Sicht ist hervorragend, aber die Weite des glitzernden Eisfeldes nur zu erahnen. Obwohl die Berge aus der Vogelperspektive an Wirkung verlieren, steigt meine Achtung vor dieser Urnatur. Schade, dass Reinhold Messner da unten nicht wandert, ich würde ihm gerne zuwinken. Die motorisierte Flugente schwabbelt uns sicher zurück aufs Wasser, und hopp lasse ich den hier gut asphaltierten Alaska Highway unter dem Bike abrollen.


Hinter Beaver Creek hört Kanada erstmal auf, und Alaska fängt an. No Problems mit dem Zollkram. Heute schaffe ich es noch bis Tok Junction. Im Tourist Information Office decke ich mich satt mit Karten- und sonstigem Infomaterial ein. Außerdem gibt es lustige Bären auf Video und Kaffee aus Bechern. Letzteres ist besonders willkommen, denn es ist kalt und regnerisch.


Irgendwo in Highwaynähe schlage ich mich in die Büsche und mein Kuppelzelt auf. Eine Alustange bricht, und es regnet die ganze Nacht durch. Der Morgen graut, und mindestens einhundert unter dem Vorzelt schutzsuchende Mücken harren mit freudiger Erwartung mein Erscheinen. Sie bemerken mein Wachwerden und führen einen wilden Kriegstanz auf. Meine Blutgruppe ist A-negativ, genauso negativ wie meine Einstellung zu Mückenstichen und Juckreiz. Ich setze den Coleman-Kocher in Betrieb und brenne mir den Weg frei. Triumph total.


Dreihundert Kilometer Dauerregen, ein kurzer Blick auf die Wrangell Mountains wird frei, ein Gletscher schlängelt sich längs. Wieder Regen. Einhundert Kilometer vor Anchorage ist dann alles klar. In Anchorage scheint´s sogar sonnig. Seit Vancouver vor zweieinhalb Monaten die erste Großstadt. Ein komisches Gefühl, doch zum Großstadtfrust kommt es nicht. Ron und Willi gabeln mich direkt in der City auf. Mit Kawa-und Hondabegleitung geht es ab in den Pub „Chilkoot Charlie“. Bis ein Uhr morgens wird wild gekickert und erzählt. Woher ich komme, wohin ich noch will. Nach Denali müsste ich unbedingt. Dann müssen die Jungs aufbrechen. Ron fährt LKW für eine Strassenbaufirma, Willi wartet technisches Gerät bei Shell. Sie müssen früh raus, die Schicht ruft. Mich ruft der Berg.


Ron´s und Willi´s Erzählungen über den Denali Nationalpark haben mich überzeugt. Ich campe außerhalb der Stadt und spule am nächsten Tag die dreihundertfünfundsiebzig Kilometer bei schönstem Wetter ab. Ich entschließe mich für die Strapaze. Statt Gummikuh Elise, Schusters Rappen. Vom Parkranger bekomme ich gute Ratschläge und einen bruchsicheren Kunststoffzylinder. Die Ratschläge beziehen sich auf den McKinley River, dessen brückenloses Flussbett es zu durchqueren gilt. Der Zylinder soll mein Futter vor den ewig hungrigen Grizzlys schützen. Das Motorrad wird sicher vor dem Rangeroffice geparkt und bekommt  fünf Tage Zwangspause verordnet.


Das Wetter kann nicht besser sein. Mt. McKinley, mit seinen 6150m höchster Berg Nordamerikas, erscheint mir wie Diamantzucker auf blauem Samt. Ich hechele ihm entgegen. Der Ratschlag des Rangers, vor dem Überqueren des McKinley Rivers erst dessen Tiefe durch Steinewerfen auszuloten, kommt mir erst wieder hoch, als Rucksack und Rübe in der Gletschergrauen Eisbrühe versinken. Zehn Meter später finde ich mich am selben Ufer wieder. Ich fasse es nicht. Pitschepatschenass stelle ich fest, dass Sonnenbrille und gute Laune flussabwärts treiben. Knie und Schienbein sind zerschrammt. Schönen Gruß vom Fluss. Mein Fluchen wird vom Zähneklappern übertönt, und Mister McKinley´s gurgelndes Geplätscher kommt mir hämisch vor. Ich nehme einen Stein und werfe ihn rein. Das ausbleibende „Klock“ sagt mir: zu tief. Ich brauche eine halbe Stunde für die Fünfzehnmeter-Passage nach drüben. Stein werfen, „Klock“ abwarten, nächster Schritt. Ein gegen den Strom gestemmter Knüppel dient als Stehhilfe, genauso, wie es der Ranger empfohlen hatte. Der wusste schon, warum. Ufer erreicht, Zelt aufbauen, in Thermokombi und Schlafsack kriechen ist ein Arbeitsgang. Die Morgensonne und freie Sicht auf Mt. McKinley machen es mir dann leicht, meine gute Laune wiederzufinden.


In den folgenden zwei Tagen lege ich vierzig Kilometer zurück und arbeite mich bis auf vierzehn Kilometer an Big Guy McKinley heran. Uns beide trennt nur noch der Muldrow-Gletscher und – eine Wolkenwand! Nur die Sicht auf den Viertausendmeter-Nachbarn Mt. Brooks wird mir gegönnt. Dafür pfeift mir der Wind ein gar eisig Lied und überredet mich zur Rückkehr.


Wieder beim Bike lasse ich meine zwei blasigen Füsse auf Elises Fussrasten rasten und meinen etwas lädierten Body sanft bis Fairbanks driften. Ein mahlendes Radlager und ein abgefahrener Hinterreifen verschaffen mir die Ehre, den wohl abgefahrensten  BMW-Shop südlich des Nordpols kennenzulernen. Ein Berg verbrauchter Reifen neben einer moosbewachsenen Isetta, Motorradskelette neben einem maroden VW-Bulli, eine Scheune mit nagelneuen K100- und Boxerbikes neben einer Holzbude, die wegen des Haufens alter Ölfässer vor dem Eingang von mir sofort als Werkstatt identifiziert wird. Gekrönt wird das ganze durch Schrauberkönig George, der in dem wilden Gewusele eine erstaunlich sorgfältige Arbeit an den Tag legt und mich anschließend mehr kumpelhaft als geschäftstüchtig zum Lunch einlädt.


Es hat mich sehr gefreut, in George einen von 75000 netten Fairbanksern kennengelernt zu haben. Eine vom Visitor Information Center organisierte Tour durch die Town bringt mich dem Ort und dessen Geschichte noch etwas näher.


1901 baute der Gauner und Geschäftsmann Captain E.T. Barnette eine Trading Post am Ufer des Chena Rivers und hielt sich mangels Kundschaft viel mehr schlecht als recht über Wasser. Als im Juli 1902 der Italiener Felix Pedro reichlich aufgeregt in den Tante-Emma-Laden stürzte und von seinem reichen Goldfund erzählte, sorgte Barnette für ein rasches Ausbreiten dieser Nachricht und startete somit den berühmten Goldrausch. Sein Geschäft blühte und wuchs, mit ihm der Ort. Schon 1903 bekam er Stadtstatus und wurde nach dem Senator von Indiana, Charles Fairbanks, Fairbanks genannt. Barnette gründete eine Bank und setzte sich bald darauf mit den Ersparnissen der Goldgräber auf Nimmerwiedersehen ab. Als die armen Gräber (jetzt ohne Gold) vor der geschlossenen Bank standen und staunten, bannte ein fixer Fotograf die ungläubig schauenden  Gesichter auf Platte. Das Foto hängt jetzt am ehemaligen Bankgebäude.


Zwischen den modernen Hochbauten stehen heute noch die teilweise bewohnten Blockhütten der ersten der ersten Siedler. Für mich machen sie Fairbanks besonders reizvoll. Um etwas vom Goldrausch mitzunehmen, zahle ich fünf Dollar für die Besichtigung der „Golddredge Nr. 8“, einem alten Goldbagger. Im Preis mit drin ist auch einmal schürfen dürfen. Mit Pfanne und Schaufel gehe ich zur Sache und werde tatsächlich fündig. Das Goldkörnchen sticht mir trotz seiner Klitzekleinheit aus dem Dunkel des Pfannenbodens grellgelb ins Auge, in welchem sich sofort das Dagobert Duck´sche Dollarzeichen „$“ widerspiegelt. Mit mehr Verständnis für die Sucht, nach Gold zu suchen, mache ich mich auf den Weg echte Goldgräber zu finden.


Bei der Fox Springs Kreuzung fängt der zweihundertfünfzig Kilometer lange Steese Highway an, der in Circle City am Ufer des Yukon Rivers endet. Während ich an der Foxquelle meine Wasserflaschen mit klarstem natürlichen Mineralwasser fülle, komme ich mit dem alten Mann, der trübsinnig in seinem klapprigen Dodge sitzt, ins Gespräch. „For Sale“ steht an dem Blechhaufen. „I am broke“ (ich bin pleite), lässt mich der Mann wissen. Die Wasserpumpe ist kaputt, und da er kein Geld für die Reparatur hat, muss er sein Auto verkaufen. Er kommt aus Circle City, wo ihm sein Großvater vor langer Zeit zwei Claims vermacht hat. „Das war keine gute Idee von ihm“, beklagt er sich bei mir.


Wir wünschen uns noch „Good Luck“, und nachdenklich starte ich meinen Abstecher zu dem einstmals berühmten Goldgräbercamp Circle City. Nach fünfzig Kilometer hört der Asphalt mal wieder auf. Die Schotterpiste ist staubig, aber gut. Sie schlängelt sich teilweise am Chatanika River und am Birch Creek, dem Eldorado der Goldgräber, entlang. Die Flüsse sehen aus wie deutsche Autobahnbaustellen. Überall wird gegraben und die Wasserläufe umgeleitet. Die Bagger wühlen sich durch das Flussbett, das Gestein wird in riesige rotierende Trommeln gekippt und durchgesiebt. Normal sollte dann irgendwo Gold auftauchen. Dass dem meistens so nicht ist, erfahre ich im Thermalbad in Circle Hot Springs, wo sich das Gros der Goldgräber den Staub (leider kein Goldstaub) vom Körper wäscht. John ist erst vor zwei Jahren nach Circle gekommen, hat sich acht schonmal durchgegrabene Claims gekauft und versucht sein Glück in den Nebencreeks. Da er für sage und schreibe einhundert Dollar Diesel am Tag verbaggert, sind seine Aussichten auf Reichtum nicht so rosig. Dazu kommt noch, dass er für den Winter vorbaggern muss, um sich und seine Familie über die Runden zu bringen. Aber als er so erzählt von Nuggets und Goldstaub, bemerke ich, dass er immer noch dem Fieber verfallen ist und es auch gar nicht anders haben will.


In Circle entdecke ich außer einem grossen Schild mit der Aufschrift „The End of  the Road“  und den herumstehenden Relikten aus der Highseason des Goldrausches in der Trading Post einen Schatz der besonderen Art: frisch gebackene, noch warme Blaubeertorte. Da sowas in den vergangenen Wochen wahrlich Mangelware war, schlage ich auch das Angebot eines Nachschlages nicht aus. Satt und zufrieden stelle ich mein mobiles Eigenheim in der Nähe eines Baches auf, wo mich noch stundenlang eine Biberfamilie mit ihrer allabendlichen Schwimmakrobatik unterhält. Allein für diese Show hat sich die Fahrt hierher gelohnt.


Wieder zurück bei Fox Springs gibt mir mein immer noch auf ein Wunder wartender alter Bekannter nochmals Gelegenheit, ihn zu bedauern. Ich bin jedenfalls froh, dem Goldrausch nicht erlegen zu sein, sondern mein auch ohne Wasserpumpe fahrtüchtiges Bike gen Kanada steuern zu können.


Ich nehme den Taylor Highway und mache halt in Chicken. Chicken sollte eigentlich nach Alaskas huhnähnlichem Vogel Ptermigan benannt werden, da das aber für so einen kleinen Ort ein viel zu schwieriger Name ist, fiel die Wahl auf Chicken. Laut Ortsschild besteht das Camp aus „25 nice people and one old grump“. Mir wird einstimmig versichert, dass Douglas der „old grump“ ist. Obwohl dieser nicht widerspricht, verrät mir sein gar nicht grumpiges Grinsen, dass es sich hier wohl um einen besonders lustigen Haufen Goldgräber handelt.


Der Grenzübergang nach Kanadas Yukon heisst -wie kann´s anders sein- „ Little Gold Creek“. War doch einst der Taylor Highway (auch arg übertrieben „Top of the World Highway“ genannt) der Haupttrial der Goldsucher, und er führt direkt zur berühmten Dawson City. Dawson hat seine Bedeutung als Goldgräberstützpunkt längst an den Tourismus abgegeben. Nach dem Dawson einmal durch Yukon River Hochwasser fast vollständig zerstört wurde, ist diese City nur für uns Touristen wieder aufgebaut worden. Es sieht alles sehr schön aus, aber ich mag´s trotzdem nicht.


Das Wetter erscheint mir gut genug für einen Besuch im Eskimodorf Inuvik, siebenhundertsechzig Kilometer nördlich von Dawson. Der Dempster Highway führt dorthin durch spektakuläre Wildnis. Der Trip soll für mich die letzte grosse Sache in Yukon und Alaska werden und wird zur ersten grossen Pleite. Nach zweihundertfünfzig Kilometern fängt es fürchterlich an zu regnen. Ein mir entgegenkommender Schweizer mit Chopper warnt mich vor beginnendem Schneefall nördlich des Polarkreises. Er hat es noch geschafft, ein Erinnerungsfoto an der Polarkreismarkierung zu schießen und ist dann umgekehrt. Zu allem Übel muss ich noch einhundert Kilometer weiterfahren, um mein Bike bei Eagle Plains aufzutanken, und ich traue meinen Augen kaum, als ich den mir entgegenkommenden Fahrradfahrer mit Eiszapfen am Bart erblicke.


In Eagle Plains fallen schon die ersten dicken Flocken,und was an dunklen Wolken auf mich zukommt, sieht schlimm aus. Ich bin auf der Flucht und verfluche die falsche Wettervorhersage aus Dawson City. Die grandiose Landschaft versinkt im Nebel und mein Bike und ich fast im Morast. Vor mir taucht wieder das Fahrrad auf. Der total erschöpfte Jacques aus Frankreich befindet sich auf dem Rückweg von Inuvik. Es tröstet mich ungemein, dass es auf dem verdammten Dempster noch ein ärmeres Schwein gibt als mich. Während Jacques irgendwo in der modderigen Botanik zelten muss, schaffe ich es noch bis zum Campground Engineer Creek, wo ich an einer überdachten Feuerstelle meine müden Knochen durchheize und mich Günther aus Bayern mit seinen abenteuerlichen Kanufahrtengeschichten begeistert. Mein rechtes Bein schmerzt aus mir unerklärlichen Gründen und verpasst mir eine recht schlaflose Nacht.


Am  nächsten Morgen sind die Berge um uns herum mit Schnee eingepudert. Bei dem Gedanken an das fünfhundertfünfzig Kilometer nördlich gelegene Inuvik wird mir noch kälter. Zwar bin ich enttäuscht über das Dempster-Desaster, aber die Gewissheit, irgendwo im Süden Strand und Palmen zu finden, möbelt mich umgehend wieder auf. Der Klondike- und Robert Campbell Highway erfreuen mich durch die herbstliche Farbenpracht der schier endlos erscheinenden Wälder. Die zarten Farben von hellgelb bis dunkelgrün kitzeln förmlich an der Netzhaut des Auges, während die Schmerzen im rechten Bein und das Bein selbst beachtliche Ausmasse angenommen haben. „It´s infected“, erfahre ich in Watson Lake von dem sehr unbürokratischen österreichischen Arzt Dr. Secerbegovic. Und während ich mich auf seiner Werkbank wundere, wieso, quillt aus einem gelungenen Skalpellschnitt eine graugelbgrüne Eiterbrühe, und sofort fallen mir der gletschergraue McKinley River und mein zerschrammtes Schienbein wieder ein: Schönen Gruss vom Fluss.